Schulskikurs der Solgrabenschüler

Fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes ist der seit Jahren durchgeführte Schulskikurs des 8. Realschuljahrganges der Stadtschule am Solgraben. Traditionell ging es auch in diesem Jahr nach Sedrun ins Berner Oberland in die Schweiz. Dort angekommen präsentierte sich allen ein zunächst trüber Himmel mit Schneefall. Freudig nahmen dies die Teilnehmer auf, stellte sich die Schneeprognose für diesen Winter doch nicht besonders günstig dar. Leider wurden am Tag darauf die schlimmsten Befürchtungen wahr, das Anfängerskigebiet musste aufgrund von Schneemangel geschlossen werden. Für die betreuenden Lehrkräfte keine einfache Aufgabe, da grundlegende Bewegungsmuster, wie z. B.  das Schlepplift fahren, nicht unter Idealbedingungen geübt werden konnten. So musste dieser Jahrgang am Oberalppass seine erste Schritte auf den Brettern an einem kleinen Übungshang machen, der höchstens  fünf Kurven zugelassen hat. Trotzdem kristallisierten sich schnell verschiedene Niveaugruppen heraus und einige Schülerinnen und Schüler konnten gleich von der Anfängerschulung in die Fortgeschrittenen-Gruppe überwechseln. Zum ersten Mal wurde vor Ort ein Skilehrer verpflichtet, der aufgrund seiner Ortskenntnisse einen hohen Aufforderungscharakter darstellte.

Einen Ausgleich für die schlechte Schneelage war das schöne Wetter mit strahlend blauem Himmel die ganze Woche über, was sich positiv auf die Stimmung auswirkte. Die neuen Bewegungsanforderungen und das unterschiedliche Gelände mit wechselnden Schneeverhältnissen eröffneten einen nachhaltigen Erfahrungsbereich. Bögen fahren, Tempo halten und kontrollieren, Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen und zu spüren, wie Bewegungsabläufe optimiert werden können – das sind Lern- und Leistungserfahrungen, die oft positiv auf das individuelle Lern- und Sozialverhalten wirken. Gut vorbereitet durch gezielte Skigymnastik im Sportunterricht war die ungewohnte Muskelbelastung ohne größere Probleme durchzuhalten.

Aufgrund der Schneelage konnte dieses Jahr der Rodelhang nicht mehr befahren werden. So machte die ganze Gruppe mit der Oberalpbahn einen Ausflug nach Andermatt, ein benachbarter Skiort, der eingekesselt zwischen  3000 Meter hohen Gipfeln eine ganz andere Atmosphäre bereit hält. Beeindruckend der Blick vom „Gemsstock“ , der bei dieser Wetterlage einen weiten Überblick in die angrenzende Alpenwelt eröffnete. Genauso beeindruckend wie die Skifahrer von diesem Hang, der teilweise durch nicht präpariertes Gelände führt. Absolute Spezialisten, die mit ihren Freeride-Skiern eine andere Dimension dokumentierten.

In abendlichen Gesprächsrunden hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihre Erlebnisse zu formulieren. Den Blick auf einen neuen Anteil ihrer Persönlichkeit eröffneten diese Erfahrungen, besonders unter dem Aspekt der eigenen Lern- und Leistungsfähigkeit sowie der Möglichkeit einer Korrektur ihres Selbstbildes. So verwunderte es nicht, dass die meisten der frisch gebackenen Skifahrer mit einer Träne im Auge zurückblickten, als auf der Heimfahrt die Berggipfel aus ihrem Blick verschwanden.

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