Sechstklässler zu Besuch in der Veterinär-Physiologie Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen

Schüler bei einem Versuch

Der Einladung von Privatdozent Dr. Christoph Rummel und Professor Dr. Joachim Roth vom Institut für Veterinär-Physiologie der Justus-Liebig-Universität in Gießen folgten die Schülerinnen und Schüler der 6b der Solgrabenschule Bad Nauheim gern. Hier hatten sie die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und sich ein Bild davon zu machen, womit sich angehende Tierärzte beschäftigen. In einem Praktikum während ihres Semesters hatten sich die Tiermedizinstudenten mit der Anatomie und den Strukturen sowie der Physiologie und damit einhergehend mit den Krankheiten des Gehirns und denen, die durch Veränderungen im Gehirn ausgelöst werden, beschäftigt. Dabei standen nicht nur die Krankheiten bei unseren Haus – und Nutztieren im Focus, sondern auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten wie Tollwut.
Ziel der Veterinärmediziner, so Dr. Christoph Rummel, ist es, Gehirnerkrankungen mehr Beachtung zu schenken, sie mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen wie es z.B. in den USA oder anderen Ländern schon der Fall ist.
Neugierig und interessiert betraten die Schüler die Räume des Instituts, wo sie von fünf Studentinnen, die diesen Tag exzellent eigens für die Klasse vorbereitet hatten, begrüßt wurden. Die Studentinnen sowie Privatdozent Dr. Rummel und Professor Dr. Roth begleiteten die Schüler durch den Tag und hatten immer ein offenes Ohr für ihre Fragen.
Als erster Programmpunkt standen das Aussehen und der Aufbau des Gehirns auf der Tagesordnung. Kannten die Schüler bisher nur das Modell eines Gehirns aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht, so konnten sie hier über die „echten“ Gehirne von Pferd, Rind, Schwein, Hund, Katze und Maus staunen. „So hätte ich mir das nicht vorgestellt“, bemerkte Asier. An einem Pferdeschädel erkannten die Schüler außerdem Auge, Nasenhöhle und Gehörgang. Nach dieser Demonstration folgte ein praktischer Teil. Bei diesem Experiment ging es darum, unter zwei unterschiedlichen Bedingungen zu pipettieren: einmal unter normalen Lichtverhältnissen und zum anderen unter den Bedingungen, wie sie ein Vogel erlebt, der in einem Zimmer mit Leuchtstoffröhren gehalten wird. Das Vogelauge sieht zehnmal so viele Bilder pro Sekunde wie ein Mensch, statt der 16 nämlich 160. So kann man sich vorstellen, dass unter dem mit einem Stroboskop erzeugten Flackerlicht so mancher Tropfen daneben ging.
Auch das Auge eines Hundes wurde erkundet und die Schüler konnten das im Dunkeln leuchtende Tapetum lucidum erkennen.
Besonders spannend fanden die Schüler die Tatsache, wie Tollwut entsteht, übertragen wird und schließlich als Krankheitsbild in Erscheinung tritt. Auch die Ursache und Auswirkungen eines Wasserkopfs und den Zusammenhang von Gehirn und Tumoren fanden großen Anklang bei ihnen. In einem abschließenden Quiz konnten die Schüler unter Beweis stellen, was sie gelernt hatten.
Nach so viel Input und neuen Eindrücken fand der Tag seinen Abschluss mit einem Besuch in den Ställen, wo hungrige Burenziegen schon auf ihre Leckereien warteten.
„Das war ein echt cooler Tag“, meinte Neele abschließend. Jonathan konnte sich nicht entscheiden, welches Thema er denn nun am interessantesten fand und Lavinia fragte gleich nach, ob die Klasse denn im nächsten Jahr wieder kommen darf.

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