Solgrabenschüler machen eine Reise in das Mittelalter

Schüler vor der Marksburg

Der 7. Jahrgang der Mittelstufenschule machte sich auf den Weg in das rheinlandpfälzische Braubach, um die hoch auf einem Berg gelegene Marksburg zu besuchen.

Bei der Ankunft erwarteten die rund 100 Schülerinnen und Schüler mehrere Guides, die sie durch die nie zerstörte Höhenburg führen sollten. Zuerst wurden sie hierbei von dem Guide mit einem Burgschlüssel begrüßt; denn nur so war die Burg zu betreten und schließlich wieder zu verlassen. Abwechselnd übernahmen die Schüler die Verantwortung für den Schlüssel.
Dann ging es den gepflasterten Gang der Burg hinauf bis zu den Wappen, die an der Burgwand angebracht waren. Hier lernten die Schüler, in welchem Besitz sich die Burg befand und bis heute befindet. Das letzte Wappen war das Wappen von der Deutschen Burgenvereinigung, die sich seit ungefähr 1900 um die Burg kümmert. Anschließend ging es zu den Kanonen und entlang der Burgmauer vorbei an dem Kräutergarten. Hier erstreckte sich eine klare Aussicht auf den unter der Marksburg entlang fließenden Rhein. Über dem Garten befand sich das Plumpsklo der Burg, welches die Schüler später noch betreten konnten. Weiter ging es dann durch zahlreiche Räume wie die Küche und die Folterkammer.
Besonders interessant fanden die Schüler die Kemenate; den einzigen beheizten Raum in der Burg, der damals für Frauen vorbehalten war. Hierin befand sich ein ungewöhnlich kleines Bett, welches die Schüler zum Nachdenken brachte. Der Guide erläuterte hierzu, dass die Menschen damals im Sitzen schliefen, um, dem Aberglaube nach, liegend nicht vom Tod geholt zu werden.
Auch einen originalgetreuen, aus Eisen geschmiedeten Helm durften sich die Schüler überstülpen und so nachempfinden, wie es den Rittern beim Tragen eines solch schweren Helms gegangen sein muss. „Er riecht stark nach Eisen und drückt auf meine Schultern. Sehen kann man durch die kleinen Schlitze fast nichts“, stellte eine Schülerin der Solgrabenschule fest.
Bei dem Rundgang lernten die Schüler außerdem zahlreiche Sprichwörter kennen, deren Bedeutung in der Zeit des Mittelalters wurzelte. „Auf den Hund gegangen“ war man im Mittelalter zum Beispiel dann, wenn sich die Goldkisten leerten und man am Boden der Kiste einen aufgemalten Hund entdecken konnte.

Der Ausflug stellte eine gelungene Ergänzung zu den Inhalten des Unterrichts dar und der Besuch dieses außerschulischen Lernortes schaffte es Interesse an vergangene mittelalterliche Lebensweisen zu wecken sowie Geschichte für die Schüler durch historische Originale hautnah erfahrbar zu machen. Der Förderverein der Solgrabenschule unterstützte diese Jahrgangsfahrt mit einem Zuschuss.

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